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TSR-Impressionen 2017 - Viel Wasser im Gesicht (ein sehr persönlicher Bericht von Bernd Tißler)


(Ein sehr persönlicher Bericht von Bernd Tißler, der beide Überführungen zum TSR von Lübeck nach Halmstad (Schweden) und von Szczecin (Polen) zurück nach Lübeck segelte. Diese, zusammen mit den drei Races Halmstad – Kotka (12 Tage und Nächte am Stück), Turku-Klaipeda (8 Tage) und Klaipeda – Szczecin (7 Tage) sowie einer wundervollen Fahrt im Konvoi von Kotka vorbei an Helsinki nach Turku (8 Tage), ergaben fast 8 Wochen Dauersegeln mit mehr als 2500 nautischen Seemeilen. Beeindruckt und geprägt von der Gemeinsamkeit der Mannschaften auf der hochseetüchtigen Colin Archer des Vereins "Freunde Historischer Schiffe, Wien e.V." ergab sich ein emotionaler Eindruck von Jung und Erfahren auf einem traditionellen Langtörn im nördlichen Ostseeraum, der im Folgenden in Auszügen beschrieben wird)

Follow me
Du stehst auf dem Vordeck der Aglaia und denkst: "Das gibt es gar nicht! Das alles passiert jetzt wirklich und Du bist ein Teil davon…" und dann rollen sie über Dein Gesicht, die Tränen, die Dir die ganze Fülle der kommenden Ereignisse verheißen, die Dir sagen: Das, genau das, hast Du Dir gewünscht und jetzt hast Du es!
"Follow me" steht an dem Tender der Schweden, die Dich freundlich in Halmstad in Empfang nehmen und nun zu Deinem Liegeplatz begleiten. Vorbei an den 10 bis 12 Tallships, die Du in dieser Ansammlung bisher nur aus den Jahreskalendern der Segelschifffahrt kennengelernt hast. Da liegen sie: Die Russen "Sedov", "Kruizensthern", "Mir", die Brasilianer, die Rumänen, die Portugiesen, Norweger, Schweden, Briten, Dänen, Holländer und nicht zuletzt die "Shab Oman II" aus den arabischen Emiraten, die bereits jetzt mit fernöstlichen Klängen, die Aufmerksamkeit aller auf sich zieht.

Klein, aber stolz als einziges österreichisches Traditionsschifff
Klein kommen wir uns vor, mit unseren knapp 15 Metern vom Heck des klassischen Spitzgatters bis zum Klüverbaum, an dem in diesem Jahr erstmalig der neuen Klüver für Vortrieb sorgt. Aber stolz in der Tradition seegängiger Schiffe aus der nordischer Konstruktion der ersten Seenotretter und als einziges österreichisches Schiff ("Wie seid ihr denn eigentlich von Wien hier her gekommen?" war eine der meistgestellten Fragen unserer Besucher) legten wir uns zu den anderen wohl an die 150 kleineren Teilnehmerjachten, die sich diesem "Formel 1-Zirkus" der traditionellen Segelschiffe angeschlossen haben.
Besuchermagneten sind die einladenden Hafenstädte, die geschickt Kulturveranstaltungen und Handelsmärkte mit dem Erscheinen der Traditionsschiffe verbunden haben. 1,5 Millionen von ihnen trafen sich in Klaipeda in Litauen, unglaubliche 3,5 Millionen Besucher kamen in die polnische Stadt Szczecin an einem einzigen Wochenenden des Segelspektakels.

Und wir mit unserer "Aglaia" mitten drin!
Vorbei war es mit der Einsamkeit auf den Nachtwachen unter der skandinavischen Sonne, die tatsächlich niemals unterging. So weit im Norden, verschwindet sie am Horizont auf der einen Seite des Schiffes, um an der anderen Seite wieder aufzugehen. Und Du nimmst sie wahr, diese pulsierende Städte, die nach Leben streben. Und Du merkst, dass Du selbst ein Teil davon bist. Du und die jungen Trainees an Bord treffen Bekannte und finden Freunde, die Dir helfen, weil Dein Motor in Kotka nicht anspringt, denen Du beim Verholen im Hafen von Klaipeda geholfen hast und die Du "auf ein Bier" in der Hafenkneipe von Tallin wiedersiehst. Du findest Dich ein in einem System von perfekt vorbereiteten Captain´s Dinners und Crewparties, von Sightseeing und Straßentheateraufführungen und nicht enden wollenden Crewparaden, für Dich und all die jungen, quirligen Sailors, die zum Teil erstmals Kontakt mit dem Dickschiffsegeln und deren Traditionen haben, um dann wieder in der Einsamkeit zwischen Wind und Wasser Deinem nächsten Bestimmungshafen entgegen zu segeln.

Was bleibt, ist dieses unendlich glückselige Gefühl ...
Was bleibt, ist dieses unendlich glückselige Gefühl, es gemacht zu haben. Es geschafft zu haben, von der Seekrankheit verschont geblieben zu sein, den richtigen Kurs als Navigator gewählt zu haben, die Segel optimal gestellt zu haben, perfekte Anleger unter den Augen der Zuschauer vorgeführt zu haben, die letzte Station Szczecin angelaufen zu haben, um in einem Taumel mit Segelbegeisterten ein wahrhaftes Freudenfest zu feiern und vielleicht kleinlaut einzugestehen, ab und an ein wenig geflunkert zu haben.
Vergessen sind die Tage, an denen 8 Beaufort gefühlte Hektoliter von Salzwasser in unsere Gesichter schütteten und die Müdigkeit und Kotze wegspülten. Es bleiben unser eigenen Bilder einer wunderbaren Reise. Und unsere Erinnerungen, die keine Bilder brauchen.
Dies alles hat die Crews der Aglaia zusammengeführt, hat sie zu einem starken , erfolgreichen Team gemacht, dem dann, endlich wieder in der Einfahrt in die Trave auf dem Weg zum Museumshafen Lübeck ein wenig Wasser in die Augen steigen durfte, angesichts der erfolgreichen Rückkehr nach einer traumhaften Reise.

... und die Erinnerung an unwiderbringliche Eindrücke
Was bleibt sind die Erinnerungen an unwiederbringliche Eindrücke mit den finnischen Freunden durch die Schären zu segeln und den Saunabesuchen auf dem Nachbarschiff beim Ankern in der Bucht zwischen den Wäldern, die gegenseitigen Besuche in den Häfen, bei denen wir von den Dänen den Begriff "hyggelig" lernen konnten, um ihn selbst zum Lebensprinzip werden zu lassen. Das Klettern der Trainees in den Masttop der russischen Galeere "Shtandart" wird nicht nur dem Skipper als Vater in Erinnerung bleiben. Die Transporthilfe der Holländer, wenn sie ihren Landgang zurück zu ihrem Schiff antraten. Was immer bleibt und bleiben wird ist das Gefühl der Gemeinsamkeit, der Jungen und der Erfahrenen, der Fremden und der Freunde. Wir haben alles mitgemacht, alles genossen, eingesogen, ... wir sind ein Teil davon geworden.
Wir waren die seriösen Kapitäne bei den Empfängen, die verspielten Kinder auf den Crewparaden, die Touristen und die Sendboten unserer Kulturen. Wir waren die Feierwütigen auf den Crewparties und die sensiblen Zuhörer und Berater auf dem Vordeck anderer Schiffe und im eigenen Cockpit. Wir waren die Segler der Tall Ship Races 2017!

Danke, dass ich mir mit Euch einen Lebenstraum habe erfüllen können:
Mit einer Colin Archer durch die Skandinavische Südsee zu segeln!

( bT / hU / kl )

 

 


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