2015.12.07 - Verschollene "San José" vor Kolumbien gefunden - Milliardenschatz an Bord?
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2015.12.07 - Verschollene "San José" vor Kolumbien gefunden - Milliardenschatz an Bord?

(c) Lars Klemmer


Nach mehr als dreihundert Jahren haben Forscher das Wrack der spanischen Galeone "San José" vor Kolumbiens Küste gefunden. Das Schiff, das im Jahr 1708 in der Zeit des spanischen Erbfolgekriegs gesunken war, beherbergt vermutlich einen riesigen Schatz. "Das ist der wertvollste Schatz, der in der Geschichte der Menschheit gefunden wurde", sagte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos bei einer Pressekonferenz am Samstag in Cartagena.

In der Nähe der Hafenstadt an der kolumbianischen Karibikküste hatten internationale die Experten das Wrack der "San José" entdeckt, das 1708 gesunken war. Die "San José" war das Hauptschiff einer Flotte, die im Auftrag des spanischen Königs Philipp V. Gold, Silber und andere Wertsachen aus den Kolonien in Amerika über den Atlantik bringen sollte. Die "San José" sank in einer Schlacht gegen britische Freibeuter-Schiffe unter dem Kommando des legendären Charles Wager, die es auf die wertvolle Ladung abgesehen hatten. Nur eine Handvoll der 600 Besatzungsmitglieder überlebten.

Jahrzehntelang hatten Schatzsucher nach dem Schiff gesucht, waren dabei aber lediglich auf andere Wracks gestoßen. Das internationale Expertenteam, das schließlich Erfolg hatte, erforschte die Winde und Strömungen, die vor 307 Jahren in der Region geherrscht hatten und suchte in spanischen und kolumbianischen Archiven nach Hinweisen. Santos sagte, das Wrack sei am 27. November 2015 an einer Stelle gefunden worden, an der es zuvor nicht vermutet worden war. Dabei wurden auf dem Meeresgrund auch mindestens fünf weitere Schiffswracks entdeckt.
Die beteiligten Experten berichteten, sie hätten das auf der Seite liegende Wrack der " San José" aufgrund seiner einzigartigen Bronzekanonen mit eingravierten Delfinen erkannt sowie an seiner Ladung. "Die Menge und die Art des Materials lassen keinen Zweifel an der Identität" des Schiffswracks, sagte Ernesto Montenegro, der Leiter des Kolumbianischen Instituts für Anthropologie und Geschichte.
Zuvor hatte bereits eine US-Firma den Fund der "San José" für sich beansprucht, doch dieser wurde nie bestätigt. Nach Angaben des Anthropologen Fabian Sanabria könnten noch bis zu tausend Schiffswracks vor der Karibikküste Kolumbiens auf dem Meeresgrund schlummern - aber nur sechs bis zehn von ihnen hätten Schätze an Bord. Am bedeutendsten sei der Fund der "San José", sagte Sanabria. Der Bürgermeister von Cartagena, Dionisio Vélez, nannte den Fund "ein beispielloses Ereignis für das Land".

Man schätzt den Wert der Ladung aus Gold- und Silbermünzen sowie Smaragden und anderen Edelsteinen auf bis zu 13 Mrd US-Dollar.

( orf.at / stern.de / n-tv / kl / efe )

 

 


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