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2016.12.01 - Hözerne Zeugen des Mittelalters: Taucher bergen Hanse-Wracks

Wrackteil mit Taucher


Wie segelten die Vorfahren über die Ostsee? Von Wrackteilen im Meer vor der deutschen Küste erhoffen sich Unterwasserarchäologen neue Erkenntnisse zum Schiffbau der Hansezeit. Vor dem Hafen von Wismar beginnen die Bergungsarbeiten.
Vor dem Hafen von Wismar haben Archäologen bei stürmischem Wetter mit dem Freilegen und Bergen zweier mittelalterlicher Schiffe begonnen. Am Meeresgrund der Hafeneinfahrt waren im Sommer Wrackteile entdeckt worden, als Taucher nach Munition in der Ostsee suchten.
Die Schiffe wurden mit Analysen zum Bestimmen des Holzalters auf das 13. bis 14. Jahrhundert datiert, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landesarchäologe Detlef Jantzen. Die Wracks seien so interessant, weil es kaum Vergleichsfunde aus dieser Zeit gebe.
"Wissemara" nur 250 Jahre alt
Die Stadt Wismar gehörte im Mittelalter dem Handelsverbund der Hansestädte an. Von der Bergung der beiden Wracks erhoffen sich Archäologen und Historiker neue Erkenntnisse über den mittelalterlichen Schiffbau. Die Wracks könnten auch wertvolle Hinweise darauf liefern, wie die Seeleute der Ostseeschifffahrt in dieser Epoche ausgerüstet waren.
Die Wismarer Wracks könnten in Fachkreisen für erheblichen Wirbel sorgen: Selbst das vor 20 Jahren entdeckte Wrack der "Poeler Kogge", das nördlich von Wismar nahe der Ostseeinsel Poel entdeckt worden war, reicht zeitlich nicht an die neuen Funde heran. Neuesten Untersuchungen zufolge ist die "Poeler Kogge" nämlich deutlich jünger als früher vermutet, nämlich keine 650, sondern höchstens 250 Jahre alt. Dass sich der Schiffbau in den fraglichen 400 Jahren nicht weiterentwickelt hat, erscheint wenig wahrscheinlich.
Wie sahen Koggen wirklich aus?
In der Öffentlichkeit wird die "Poeler Kogge" dennoch als Abbild einer echten Hansekogge wahrgenommen. Der Schiffstyp gilt deshalb als besonders, weil er die "Basis für die wirtschaftliche Macht und den Aufstieg der Hansestädte im Nord- und Ostseeraum" legte, wie es vom Förderverein "Poeler Kogge" heißt. Gestützt auf die Poeler Funde hatte der Verein eigens den Nachbau des Schiffes finanziert.


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